| Ritterliche
Ritter |
Die
Burg |
| Die
Erziehung zum Ritter |
Ritterliche
Ritter
Von den alten Rittern
aus der Ritterzeit hast du sicherlich schon gehört. Vielleicht hast du ja
auch in Büchern darüber gelesen oder einen Film über Ritter gesehen.
Da finden sich dann Harnische, Rüstungen, Knappen, Ritterfräulein, Burgen,
fahrende Sänger und Kreuzzüge - eine bunte, aufregende Zeit. All das
hat sich nicht irgendjemand ausgedacht - das alles hat es wirklich gegeben.
Aber - wann war das und wie ist das eigentlich gewesen?
Die Ritter lebten im Mittelalter, das war die Zeit von etwa 5. Jh. bis 15. Jh.
nach Christi Geburt. Etwa ab dem Jahr 1000 bis etwa 1500 gab es Ritter.
Ritter heißt eigentlich Reiter, und damit hat das Rittertum auch angefangen.
Jeder, der sich ein schönes Schlachtroß leisten konnte, um damit in
den Kampf zu ziehen, war ein Ritter. Daher waren die Vornehmen die Ritter. Die
armen Bauern konnten sich kein Pferd leisten und daher auch keine Ritter werden.
Die ersten Ritter lebten noch auf schwer zugänglichen Burgen, meist war das
einfach nur ein viereckiger Turm. Im Erdgeschoß lagerte man die Vorräte.
Der erste Stock bestand aus einem Saal, in dem sich der Burgherr, seine Frau,
seine Leute und auch seine Gäste aufhielten. In jedem Stockwerk dieser Turmburg
gab es nur einen Raum. Hinauf oder hinunter gelangte man durch Falltüren,
über Wendeltreppen oder mit Hilfe von Schemeln, auf die man stieg.
Erst im Laufe der Zeit entwickelt sich das Rittertum so, wie wir es heute aus
Büchern und Geschichten kennen. Ein wahrer Ritter musste verschiedene Tugenden
besitzen: Mut, Treue, Höflichkeit waren die wichtigsten, aber auch Gerechtigkeit,
Demut, Schutz und Fürsorge für die Armen und Schwachen zählten
dazu.
Für einige Zeit - so etwa um 1200 nach Chr. herum - erreichte die ritterliche
Kultur einen hohen Stand und ein glanzvolles Ansehen. Allerdings darfst du dabei
nicht übersehen, dass dieses Idealbild eines edlen Ritters nur ganz selten
auch in Wirklichkeit erreicht wurde. Meist waren die Ritter nicht besser aber
auch keineswegs schlechter als das ganze übrige Volk.
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Die Erziehung
zum Ritter
Mit
7 Jahren wurde der zum Ritter bestimmte Knabe an den Hof eines Fürsten oder
Ritters gesandt.Er hieß Page und hatte die Frauen zu bedienen, ihre Schleppe
zu tragen. Zudem erlernte er den Umgang mit der Waffe, ritterliches Benehmen,
Tischmanieren.
Sobald
der Edelknabe das 14. Lebensjahr erreicht hatte, wurde er zum Knappen erhoben.
Er musste nun nicht mehr in der Burg beim Feuer sitzen, er durfte mitreiten, auf
die Jagd und in den Krieg. Diese Erziehung war sehr hart und auch sehr streng.
Er musste nicht nur die ritterlichen Verhaltensregeln lernen, sondern auch seinen
Körper kräftigen, reiten lernen, sich im Kampf mit der Lanze, dem Schwert,
Dolch oder den Fäusten üben. Ebenfalls zur Ausbildung gehörten
Jagen, Schwimmen und vielerlei Mutproben. Manchesmal war damit auch eine Ausbildung
in Musik und Dichtkunst verbunden.
Mit
21 Jahren war die Ausbildung zum Ritter beendet, der Knappe wurde zum Ritter geschlagen.
Das war eine sehr feierliche Handlung. Der Knappe musste vorher lange fasten und
in der Burgkapelle beten. Am Morgen danach wurde eine heilige Messe gelesen, der
Knappe empfing dabei das heilige Abendmahl. Nachdem der Priester ihm den Segen
erteilt hatte, kniete der Knappe vor seinem Herrn nieder. Dieser gab ihm mit der
Fläche des Schwertes einen Schlag auf jede Schulter und einen auf den Nacken.Dazu
sprach er: " Zu Gottes und Mariens Ehr, diesen Schlag und keinen mehr. Sei
tapfer, bieder und gerecht. Besser ein Ritter als ein Knecht."
Dann durfte der Knappe sich erheben - er war nun ein Ritter. Man übergab
ihm Helm, Schwert und Schild und führte zuletzt sein Pferd herein. Jede dieser
Handlungen wurde von entsprechenden Sinnsprüchen begleitet.
Auf diesem Bild siehst
du die wichtigsten Teile einer Ritterüstung. Ich stelle mir das ja ziemlich
unbequem vor, so eine Rüstung wog bis zu 30 kg. Im Winter eisig kalt und
im Sommer muss das ja wie ein einem Backofen gewesen sein. Beim Anlegen der Rüstung
half dem Ritter sein Knappe, er brauchte auch jemanden, der ihm mit einer Winde
auf sein Pferd half und die Waffen reichte. Sehen
wir uns so eine Rüstung ein bisschen genauer an:
An
den Rundungen des Helmes prallten die Pfeile der Gegner ab.
Unter dem Helm trugen die Ritter oftmals ein Polster oder einen Halsschutz aus
Ketten.
Die Ellbogenplatte sowie der Schulterschutz ermöglichten die freie Bewegung
des Armes und dienten zugleich dem Schutz.
Der gefingerte Handschuh bestand aus vielen Einzelteilen, damit er leicht bewegt
werden konnte.
Das Beinzeug schützte nur die Vorderseite des Beines, der Kniebuckel ermöglichte
beim Reiten ein Abwinkeln des Unterschenkels.
Der Schienenschuh letztendlich diente dem Schutz der Füße.
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Die meisten Burgen wurden zwischen
dem 9. und dem 16. Jahrhundert gebaut, als die Fürsten fast ständig
miteinander Krieg führten. Die ersten Ritterburgen waren einfache, viereckige
Türme, ziemlich unbequem und mit der Zeit sicherlich auch etwas eng. Im Laufe
der Zeit wurden diese sogenannten "Turmburgen"
immer mehr erweitert, es wurde immer wieder etwas dazugebaut. So entstanden die
großen, festen und stolzen Burgen, wie wir sie auch heute noch teilweise
bewundern können. In diesen großen, massiven Steinbauten lebten so
viele Menschen wie in einer kleinen Stadt. Es war eine kleine Welt für sich.
Neben dem Burgherrn und seiner Gemahlin, der Familie lebten in der Burg Diener
und Soldaten aber auch viele geschickte Handwerker, wie beispielsweise Zimmerleute,
Maurer, der Hufschmied, der Waffenschmied, ein Priester, teilweise auch die Untertanen
des Burgherrs.
Diese Burgen dienten ja vor allem der Verteidigung. Daher wurden sie oft auf hohen,
schroffen Felsen erbaut. Diese Felsen waren meist nur von einer Seite her zugänglich
und auf dieser Seite führte nur ein einziger Weg zum Burgtor hinauf. Falls
es keinen natürlichen Hügel oder Berg gab, ließen die Burgbaumeister
einen künstlichen Hügel anlegen oder einen tiefen, mit Wasser gefüllten
Graben ausheben, den Burggraben.
Ehe man also an das Burgtor kam, musste man den Burggraben überqueren. Das
geschah mit Hilfe einer Zugbrücke. Man konnte sie jederzeit an Ketten hochziehen,
dann war die Burg verschlossen und niemand konnte hinein.
Die Burgmauer, oder auch Ringmauer genannt, wurde in Abständen von vorstehenden
Mauertürmen unterbrochen. Diese Mauertürme boten den Bogenschützen
einen freien Blick auf Angreifer. In der Mauer fanden sich viele kleine Öffnungen,
die Schießscharten. Aus ihnen konnte man schießen, klar, aber auch
siedendes Pech oder kochendes Wasser auf die Feinde schütten.
Innerhalb der Mauer befand sich der Burghof, Burggarten, Kapelle, ein Brunnen,
Ställe, Kornspeicher, Bergfried. das Burgverlies, die Wohngemächer.
Aber auch eine Bäckerei, ein Schlachthaus und einen Geräteschuppen konnte
man innerhalb der Burgmauern antreffen.
Der Bergfried war ein gewaltiger Turm, meist im Innersten der Burg, in dem gewöhnlich
Lebensmittelvorräte aufgespeichert wurden. In ihm zogen sich die Ritter zurück,
wenn die Feinde trotz aller Verteidigungsmaßnahmen in die Burg eingedrungen
waren. Hier konnten sie sich oftmals noch sehr lange verteidigen, sie hatten Nahrung
und Wasser und konnten so auf Hilfe warten.
Das Leben in einer Burg war nicht besonders bequem. In den Gemächern des
Ritters und seiner Familie gab es nur wenige Möbel, wie etwa ein Bett, eine
Truhe für die Kleider, Tisch und Stühle.
Der Fußboden war aus Stein. Er wurde im Winter mit Stroh und im Sommer mit
frischem Gras oder auch mit Binsenmatten bedeckt. Erst später, so etwa ab
1400 n. Chr. kamen Teppiche und schöne Möbel "in Mode".
Klick hier
und du kannst dir den Aufbau so einer Burg genauer ansehen.
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